Kompetenz statt Masse - Interview mit Dr. Barenthin

22.10.2015 | Technologische Umbrüche wie Industrie 4.0, Internet of Things und die Energiewende werden den Bedarf an elektronischen Bauelementen voraussichtlich auch in den nächsten Jahren weiter kräftig steigen lassen. Damit auch mittelständische Distributionsunternehmen langfristig an dieser Entwicklung teilhaben können, brauchen sie ein tieferes technisches Produkt- und System-Know-how und eine stärkere Fokussierung auf weniger Lieferanten.

Distributoren sind über die Jahrzehnte in der Lieferkette elektronischer Bauelemente zu einem unverzichtbaren Bindeglied zwischen Herstellern und Anwendern geworden. In Deutschland werden über diesen Vertriebskanal inzwischen mehr als 25 Prozent des Umsatzes mit elektronischen Bauteilen erzielt – Tendenz weiter steigend. Dass die Bedeutung der Distribution weiter zunimmt, ist sicherlich nicht zuletzt auch auf die umfangreichen Strukturierungsprozesse zurückzuführen, denen sich nicht nur die Global Player, sondern auch viele regional geprägte Unternehmen in den letzten Jahren unterzogen haben. Statt wie früher einfach nur Bauteile zu verkaufen, setzen diese Firmen heute meist auf ausgefeilte Mehrsäulen-Strategien, die neben attraktiven Produkten und Logistikleistungen auch unterschiedlichste Service-Dienstleistungen wie beispielsweise aktive Design-In-Unterstützung, die Programmierung von Mustern oder die genaue Prüfung von Baugruppen bis hin zu kompletten Design-Reviews beinhalten.

Damit solche Konzepte möglichst reibungslos funktionieren, ist es nicht unbedingt erforderlich, eine besonders große Auswahl an Herstellern und Produkten im Programm zu haben, im Gegenteil. Je fokussierter das Portfolio des jeweiligen Distributors, desto größer die Chance, dass die angesichts immer komplexerer Komponenten und Applikationen von Kunden und Herstellern gleichermaßen eingeforderte Systemkompetenz auch tatsächlich entwickelt und gepflegt werden kann. Dass in Zeiten, in denen die besondere Tiefe des fachlichen Wissens eine zunehmend wichtigere Rolle spielt, weniger auch mehr sein kann, zeigt das Beispiel SE Spezial Electronic. Bei insgesamt nur 31 Lieferanten für die Produktbereiche Analog & Mixed Signal, Timing, Wireless, Data Storage, Displays, Power, Sensorik, Passiv und Elektromechanik kommt es praktisch kaum zu Überschneidungen – was Hersteller wie Epson, u-blox, Kemet, Innodisk oder auch die Schweizer Schaffner-Gruppe wiederum mit einer besonders engen Zusammenarbeit auf allen Ebenen honorieren.

Die Produkte von Schaffner zum Beispiel eignen sich sowohl für Energieversorger, die mit Wechselrichtern Strom aus erneuerbaren Energien in Versorgungsnetze einspeisen, als auch für Gerätehersteller, die AC/DC- und DC/DC-Konverter für Stromversorgungen mit einer hohen Energieeffizienz nutzen. Die schnell schaltenden Leistungshalbleiter solcher Systeme erzeugen oft Störungen, die andere elektrische und elektronische Einrichtungen beeinträchtigen können. Für diese technisch mitunter sehr anspruchsvollen Herausforderungen zur EMV gibt es im Filterprogramm von Schaffner fast immer eine adäquate Lösung. Auswahl und Einsatz dieser Komponenten werden von SE Spezial Electronic in jeder Phase des Kundenprojekts umfassend und kompetent unterstützt. Das ist deshalb möglich, weil der Distributor stets besonders eng mit seinem Lieferanten Schaffner kooperiert.

Quelle: Faszination Elektronik